I do not care – Technologieneutrale Anwendungsentwicklung für mobile Geräte

Kaum ein Thema ist mühsamer, als sich bei einem Projekt für die vermeintlich richtige Technologie zu entscheiden. Ganz besonders dann, wenn diese Entscheidung auch noch von strategischer Bedeutung und im besten Fall geräteunabhängig sein soll. Und wie man es macht, macht man es verkehrt, denn auch die Glaskugel verrät uns nicht, was schon in wenigen Monaten angesagt ist. Doch wenn man die richtigen Konzepte versteht und mit etablierten Mustern arbeitet, dann ist es fast egal, für welche Plattform eine Anwendung erstellt wird und ob diese nativ oder weborientiert arbeitet. Sprachen wie JavaScript, Java, Objective-C, C# oder was auch immer verkommen zu einer austauschbaren Nebensächlichkeit.

In meinem aktuellen Vortrag zeige ich, wie ich dieser Herausforderung begegne und was ich in fast 15 Jahren als Rich-Application-Experte für Desktop, Browser und Mobile von Flash über Silverlight bis hin zu HTML5 gelernt habe, um den ständig wechselnden Anforderungen Herr zu werden. Aus der Praxis bewährte Prozesse und Entwurfsmuster werden ebenso behandelt wie eine grundlegende Softwarearchitektur und beispielhaft in eine konkrete Anwendung überführt!

Die Folien zu diesem Vortrag gibt es hier als PDF (ca. 4 MB). Konstruktive Kritik und Anregungen sind willkommen…

Kostenlose Lernvideos zum Windows Phone 7

Eigentlich ist es halb so wild, für das Windows Phone 7 Anwendungen zu entwickeln. Ein paar Grundlagen C# (oder Visual Basic), der sichere Umgang mit Expression Blend und Kenntnis der wenigen aber vorhandenen Stolperfallen reichen aus. Doch die eine oder andere Anwendung zeigt, dass diese Dinge nicht jedem von Anfang an geläufig sind. Und mir erging es am Anfang nicht besser und so musste ich beim Erlernen der Besonderheiten einiges Lehrgeld zahlen.

Um anderen diesen Einstieg zu erleichtern und die typischen Fehler vermeiden zu helfen gibt es die Erkenntnisse daraus als Lernvideo auf einer DVD (oder online).

Einen großen Teil der Lerninhalte gibt es aber auch kostenlos. Teils beim Verlag video2brain und teils als App im Marketplace. Außerdem finden sich bei Vimeo noch Teile der DVD und einiges mehr. Hier mal ein kleiner Auszug und eine mögliche Reihenfolge für den Einstieg:

  • Einen Einstieg in die schnelle Anwendungsentwicklung und das Prototyping bietet „Windows Phone 7 Fundamentals (Teil 1 von 5) – Prototyping“.
  • Wer sich eher mit Animationen beschäftigen möchte, findet in „Windows Phone 7: Bewegung kommt ins Spiel” alles wichtige dazu.
  • Den Umgang mit grafischen Elementen und deren Wiederverwendung zeigt „Windows Phone 7: Ressourcen als Styleguide für Visual Studio und Expression Blend“.
  • Die Nutzung Telefon spezifischer Funktionen erklärt „Windows Phone 7: Spezielle Aufgaben für das Telefon (Launcher und Chooser)“.
  • Wer das Mikrofon nutzen oder auch das Zusammenspiel vom Silverlight mit XNA sehen will, der findet eine Anleitung in „Windows Phone 7 Fundamentals (Teil 5 von 5) – XNA und Mikrofon“.
  • Mehrprachigkeit darf natürlich auch nicht vergessen werden und so führt „Windows Phone 7 Fundamentals (Teil 4 von 5) – Mehrsprachigkeit“ in dieses Thema ein.
  • Das ist aber noch nicht genug und so gibt es ergänzend dazu noch drei weitere Videos als App im Marketplace:

  • Den Umgang mit den sehr mächtigen Verhalten zeigt „Lernvideo Verhalten (Behaviors)“.
  • „Lernvideo Softwarearchitektur (MVVM)” erklärt, wie eine Windows Phone 7 App grundsätzlich nach dem MVVM Muster aufgebaut sein könnte.
  • Eine der größten Stolperfallen ist das Tombstoning (also das Unter- oder Abbrechen von Anwendungen). Wie damit umgegangen werden kann zeigt „Lernvideo Tombstoning“.
  • Weitere Videos zu Expression Blend inkl. SketchFlow finden sich unter http://vimeo.com/album/149180. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung der Datendienste auf Basis von WCF findet sich unter http://vimeo.com/album/271975. Und obwohl diese Videos sich auf Silverlight für den Webbrowser beziehen, kann das Meiste daraus auch für das Windows Phone 7 genutzt werden.

    Über eine – hoffentlich motivierende – Rückmeldung zu den Videos und Vorschläge für weitere Inhalte würde ich mich sehr freuen…

    Sydney

    Lange schon wollte ich es versuchen, und nun ist es endlich gelungen: „Exploring Business Opportunities“ in Sydney! Es hat ich gelohnt: Denn in einem Land mit beinahe Vollbeschäftigung wird auch ein propeliger Consultant oder Developer durchaus sehr gut behandelt. An Möglichkeiten diesem Ausflug nun eine längere Zeit vor Ort folgen zu lassen mangelt es somit nicht – sofern man dann auch die Courage zum Auswandern hat und das soziale Umfeld mitspielt. Denn das einzige Schlimme für mich war, dass ich all das Schöne (und davon gab es reichlich) vor Ort nicht mit meiner Frau und meinen Kindern teilen konnte.

    Sydney ist eine großartige Stadt die selbst im Winter (im Juli ist dort halt Winter mit nur 15 bis 20 Grad) viel zu bieten hat. Die Stadt ist eine eindrucksvolle Metropole mit vielen abwechslungsreichen Stadtteilen und Vororten, traumhaften Stränden und atemberaubenden Nationalparks. Selbst in der Innenstadt sieht man exotische Pflanzen und Tiere wie bunte Papageien – tödliche Spinnen und Schlangen sind mir glücklicherweise erspart geblieben und laut meiner Bekannten vor Ort auch deutlich weniger Gefährlich als zum Beispiel Autofahren.

    Innerhalb der Woche habe ich mich um geschäftliches Bemüht und habe dabei die australische Art sehr genossen – ich bin selbst ein wenig überrascht. Das liegt vermutlich daran, dass mir auf der einen Seite ein wenig mehr Gelassenheit durchaus gut tut und dass es auf der anderen Seite durchaus ein Vorteil ist, mit den (sorry, jetzt wird es abgedroschen) deutschen Tugenden zu glänzen. Außerdem hat mir das hohe Maß an Eigenverantwortung der Entwickler und Designer gefallen. Und es stimmt nicht, dass die Australier nur nebenbei arbeiten gehen würden und sonst surfen: Die Arbeitszeiten unterscheiden sich nicht von den deutschen Gepflogenheiten und es gibt sogar weniger Urlaubstage.

    Die Menschen in Sydney sind sehr angenehm und freundlich – vielleicht ein wenig unverbindlich aber mir kamen sie niemals oberflächlich vor (aber was kann man da schon nach drei Wochen sagen). Außerdem sprechen die Eingeborenen ein sehr eigenes australisches Englisch und haben einen ausgeprägten Nationalstolz. In der kurzen Zeit habe ich schon erste Freunde gefunden und viele schöne Abende mit den Einheimischen erlebt.

    Die typischen Sehenswürdigkeiten habe ich mir natürlich auch angeschaut. Kurz: Das ist einfach der Wahnsinn, was dort geboten wird. Aber leider ist das alles auch ganz schön teuer zumal der aktuelle Umrechnungskurs da zusätzlich übel mitspielt. Ein Zoobesuch mit Snack und Cappuccino kostet schnell umgerechnet 50 Euro. Aber wer sich mit dem Gedanken plagt dorthin auszuwandern, der sei beruhigt: Die Gehälter entsprechen den höheren Lebenshaltungskosten. Wer jedoch Kinder hat, der sei gewarnt: Ohne dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung kommen für die Schule schnell fünfstellige Summen zusammen…