Die Vielfalt der „Macher“ – kurzer Bericht von der Make Munich

Am Samstag war ich auf der Make Munich, der meines Wissens ersten Maker Veranstaltung dieser Art und Größe in Deutschland. Rund 60 Aussteller, eine Hand voll Vorträge und laut Heise fast 3000 Besucher aus den verschiedensten Welten trafen aufeinander.

makemunich

Vor Ort gab es künstlerische Installationen, Funkamateure, Gärtnern, Case Modding, Siebdruck, Elektronikbastler, unzählige 3D-Drucker, Spieleerfinder und vieles mehr. Die Vielfalt der Teilnehmer jeder Altersklasse (beginnend bei Sechsjährigen) war eindrucksvoll und zeigte einmal mehr, dass es weniger darum geht, was man macht, als vielmehr darum, dass man etwas macht! Und selbst wenn man etwas noch nicht besonders gut kann, dann findet sich in der „Maker-Szene“ sicher jemand, der einem gerne weiterhilft: Beispielsweise kam ich nach meinem Vortrag über interaktive Spielzeuge mit einem Neurofeebacktherapeuten ins Gespräch und schon entstanden wieder neue Ideen…

Buchtipp: Design für Nicht-Designer

Da kommt endlich das lang ersehnte „Design-Buch für Nicht-Designer“ per Post, und bevor ich auch nur eine Zeile lesen kann, nimmt meine Frau es mir weg. Vielleicht liegt es ja daran, dass das Buch mit seiner ansprechenden Aufmachung auch Nicht-Techniker lockt – sagt zumindest meine Frau, die ganz besonders die vielen Beispiele aus der Praxis und die anschaulich erklärten Gegenüberstellungen von guten und weniger guten Designs lobt.

Tja, und jetzt wo ich das Buch endlich selber lesen durfte, kann ich da nur zustimmen. Obwohl mich die Beispiele auf den ersten Blick nicht umgehauen haben, finde ich die Bandbreite und die Qualität perfekt. Denn das was im Buch zu finden ist, soll den Laien ja animieren und nicht abschrecken: Das Ziel ist ja vermutlich weniger ein red dot award als vielmehr eine professionelle und ansprechende Gestaltung von der Hochzeitskarte über die Speisekarte bis hin zur Website.

Aus meiner Sicht ist dieses Buch eine Pflichtlektüre für alle Nicht-Designer, die sich mit Medien beschäftigen. Die Grundlagen werden verständlich erklärt, zahlreiche praktische Beispiele vertiefen die Themen und am Ende gibt es noch einen Ausflug in die Druckwelt. Die Einteilung war zwar für mich nicht immer ganz klar, da bei den praktischen Beispielen auch das eine oder andere grundlegende Themen erklärt wurde. Aber da mir das Lesen des gesamten Buches so viel Spaß gemacht hat, hat mich das nicht weiter gestört. Was für mich jedoch ein Nachteil war, ist die starke Gewichtung auf Print-Medien, da ich mich ja eher mit Web und Mobile beschäftige. Nichts desto trotz wird der Entwurf einer Website durchaus behandelt und gezeigt, dass das erlernte Wissen auch für digitale Medien gilt.

Für mich steht fest, dass ich dieses Buch in Zukunft oft verleihen und verschenken werde: Vielleicht kann ich so ja einen kleinen Teil der schlecht gestalteten Flyer, Speisekarten, Einladungskarten und Websites in dieser Welt verhindern.

„Das Design-Buch für Nicht-Designer“
Autor: Claudia Korthaus (geb. Runk)
Preis: ca. Euro 25,-
ISBN: 3836217791
Erscheinungsdatum: Galileo Design, 28. Januar 2013
Link: Amazon

Buchtipp: Durchstarten mit Raspberry Pi

Eine große Stärke des Einplatinen-Computers Raspberry Pi sind die vielfältigen Einsatz- und Erweiterungs-Möglichkeiten. Doch wie legt man eigentlich los? Erik Bartmann beantwortet diese Frage und hilft beim „Durchstarten mit Raspberry Pi“.

Unterstützt durch ein ansprechendes und mehrfarbiges Layout liest sich das Buch gut – sofern man die eher flapsige Art des Autors mag. Klasse sind die zahlreichen Hinweise, die typische Fragen und Stolperfalle hervorheben und anschaulich erklären. Verwirrend ist jedoch der Wechsel zwischen virtualisierten Linux-Umgebungen und dem echten Raspberry Pi. Zumal auch mehrere Betriebssystem-Versionen wie Debian Squeeze und das neuere Debian Wheeze im Buch vorkommen. In Anbetracht des frühen Erscheinungstermins des Buches ist klar, dass die neueste Hardware-Revision fehlt: Hier ist unbedingt Vorsicht geboten, wenn man sich mit den Hardware-nahen Beispielen im Buch befasst. Aber der Autor hat darauf reagiert und bereits einen entsprechenden Artikel (PDF) verfasst. Gut gefällt der Rundumschlag zu Linux, inklusive Kommandozeile und der grafischen Benutzungsoberfläche. Das nötigste wird bereits im Buch vermittelt und am Ende gibt es noch einmal ein hilfreiches Zusatzkapitel mit Linux-Grundlagen.

Der umfangreiche Einstieg in die Raspberry Pi Welt umfasst neben Installation und Konfiguration auch die Paketverwaltung. Darauf folgt ein Schnelleinstieg in die Programmierung mit Python und C. Dass diese rund 40 Seiten Programmierkurs einem Einsteiger viel nützen, bezweifle ich. Dennoch ist es ein schöner Überblick, um mit Hilfe von Zusatzliteratur oder Vorkenntnissen schnell zu einem Raspberry-Pi-Programmierer zu werden.

Eine Stärke des Buches sind die Themen, bei denen es um die Erweiterungsfähigkeiten des Raspberry Pis geht. Sowohl das Zusammenspiel mit Arduino als auch die GPIO-Pins und Erweiterungsplatinen wie Gertboard und PiFace werden behandelt. Schade ist, dass dem Leser hier wenig Entscheidungshilfe gegeben wird, welcher Weg sich für was eignet. Drum herum werden noch elektrotechnische Grundlagen vermittelt und das so anschaulich und gut, so dass man sich davon mehr wünschen würde – gerade wenn man eher von der Code-Seite kommt.

Wer einen ansprechenden Einstieg in die Erweiterungsmöglichkeiten des Raspberry Pi sucht, erhält mit diesem Buch einen umfassenden Überblick. Die Breite der behandelten Themen ist groß. Darunter leidet zwar ab und zu der Tiefgang, doch entsprechende Vorkenntnisse oder Zusatzliteratur vorausgesetzt, kann das auch ein Vorteil sein. Das Buch ist durchaus für den ambitionierten Einsteiger geeignet ohne den Fortgeschrittenen zu langweilen.

„Durchstarten mit Raspberry Pi“
Autor: Erik Bartmann
Preis: ca. Euro 25,-
ISBN: 3868994106
Erscheinungsdatum: O’Reilly, 28. Oktober 2012
Link: Amazon