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Buchtipp: Durchstarten mit Raspberry Pi

Eine große Stärke des Einplatinen-Computers Raspberry Pi sind die vielfältigen Einsatz- und Erweiterungs-Möglichkeiten. Doch wie legt man eigentlich los? Erik Bartmann beantwortet diese Frage und hilft beim „Durchstarten mit Raspberry Pi“.

Unterstützt durch ein ansprechendes und mehrfarbiges Layout liest sich das Buch gut – sofern man die eher flapsige Art des Autors mag. Klasse sind die zahlreichen Hinweise, die typische Fragen und Stolperfalle hervorheben und anschaulich erklären. Verwirrend ist jedoch der Wechsel zwischen virtualisierten Linux-Umgebungen und dem echten Raspberry Pi. Zumal auch mehrere Betriebssystem-Versionen wie Debian Squeeze und das neuere Debian Wheeze im Buch vorkommen. In Anbetracht des frühen Erscheinungstermins des Buches ist klar, dass die neueste Hardware-Revision fehlt: Hier ist unbedingt Vorsicht geboten, wenn man sich mit den Hardware-nahen Beispielen im Buch befasst. Aber der Autor hat darauf reagiert und bereits einen entsprechenden Artikel (PDF) verfasst. Gut gefällt der Rundumschlag zu Linux, inklusive Kommandozeile und der grafischen Benutzungsoberfläche. Das nötigste wird bereits im Buch vermittelt und am Ende gibt es noch einmal ein hilfreiches Zusatzkapitel mit Linux-Grundlagen.

Der umfangreiche Einstieg in die Raspberry Pi Welt umfasst neben Installation und Konfiguration auch die Paketverwaltung. Darauf folgt ein Schnelleinstieg in die Programmierung mit Python und C. Dass diese rund 40 Seiten Programmierkurs einem Einsteiger viel nützen, bezweifle ich. Dennoch ist es ein schöner Überblick, um mit Hilfe von Zusatzliteratur oder Vorkenntnissen schnell zu einem Raspberry-Pi-Programmierer zu werden.

Eine Stärke des Buches sind die Themen, bei denen es um die Erweiterungsfähigkeiten des Raspberry Pis geht. Sowohl das Zusammenspiel mit Arduino als auch die GPIO-Pins und Erweiterungsplatinen wie Gertboard und PiFace werden behandelt. Schade ist, dass dem Leser hier wenig Entscheidungshilfe gegeben wird, welcher Weg sich für was eignet. Drum herum werden noch elektrotechnische Grundlagen vermittelt und das so anschaulich und gut, so dass man sich davon mehr wünschen würde – gerade wenn man eher von der Code-Seite kommt.

Wer einen ansprechenden Einstieg in die Erweiterungsmöglichkeiten des Raspberry Pi sucht, erhält mit diesem Buch einen umfassenden Überblick. Die Breite der behandelten Themen ist groß. Darunter leidet zwar ab und zu der Tiefgang, doch entsprechende Vorkenntnisse oder Zusatzliteratur vorausgesetzt, kann das auch ein Vorteil sein. Das Buch ist durchaus für den ambitionierten Einsteiger geeignet ohne den Fortgeschrittenen zu langweilen.

„Durchstarten mit Raspberry Pi“
Autor: Erik Bartmann
Preis: ca. Euro 25,-
ISBN: 3868994106
Erscheinungsdatum: O’Reilly, 28. Oktober 2012
Link: Amazon

Buchtipp: Coole Projekte mit Raspberry Pi

Es ist noch nicht so lange her, dass ich einen Raspberry Pi mein eigen nenne (mittlerweile sind es sogar mehrere). Meine anfängliche Zurückhaltung resultierte daraus, dass ich mir zwischen Laptop, Mobilfunktelefon und Arduino-Bastel-Platine nicht so richtig vorstellen konnte, wozu ich auch das noch brauche. Doch nachdem immer mehr Kollegen so eine attraktiv blinkende Kiste hatten, war die Neugierde einfach zu groß. Nach den ersten Spielereien holte mich die Skepsis wieder ein. Und wirklich: Fast wie alle meine Bekannten sind über die Nutzung des Raspberry Pis als Medienserver irgendwie nicht hinausgekommen. Genau hier setzt das Buch „Coole Projekte mit Raspberry Pi“ von E. F. Engelhardt an und führt in die Welt des Raspberry Pis ein.

Den Beispielen vorangestellt gibt es eine umfangreiche Einführung beginnend beim Erwerb und Installation bis hin zu Konfiguration und Steuerung im Netzwerk (z. B. mit PuTTY). Das Ganze ist mit vielfältigen Tuning-Tipps garniert. Die Aufmachung des Buches (Schwarzweiß) und die Sprache des Autors (Sie-Form) kommen sachlich daher – das ist sicher Geschmackssache. Die ab und zu etwas belehrenden Abschnitte wie z. B. zu den Risiken beim Kauf im Internet empfand ich als etwas anstrengend. Positiv hervorzuheben ist, dass sich das Buch auf einem aktuellen Stand befindet und z. B. auch die zweite Revision des Raspberry B im Vergleich zu den anderen Ausführungen vorstellt.

Eine Stärke des Buches sind die vielen Projekte. Zwar sind einige der Beispiele in irgendeiner Form auch kostenlos im Netz verfügbar, doch neben dem so gesparten Rechercheaufwand sind der Katalog an Inspirationen und der Umfang der Beschreibungen ein echter Mehrwert: Vielleicht trifft es der Vergleich mit einem Kochbuch ganz gut, bei dem der Autor Rezepte zusammengesucht, geprüft und für den Leser aufbereitet hat. Diese Rezeptsammlung umfasst unter anderem die folgenden Gerichte: Netzwerkspeicher (via Samba), Smart-TV im Eigenbau (OpenELEC und XBMC Mediacenter), VPN-Zugriff, Drucker-Server (u. a. via AirPrint), AirPlay basiertes Audio-Streaming, mehrere Beispiele mit Web- und IP-Kameras und Zugriff per DynDNS.

Es fehlen in den Beispielen jedoch die vielfältigen Hardware-Möglichkeiten mit den GPIOs (den einfach zugänglichen Ein- und Ausgängen): Also was kann man an Sensoren und Schaltern verbinden, um die Einsatzmöglichkeiten zu erweitern. Aber das würde vielleicht auch den Rahmen des Buches sprengen, denn die Beispiele zeichnen sich alle dadurch aus, dass weder großartiges Elektronikwissen noch Programmierkenntnisse notwendig sind. So gesehen ist das Buch eine gelungen Mischung aus nachvollziehbaren Praxisbeispielen für Raspberry Pi Einsteige, die auf der Suche nach Inspiration sind…

„Coole Projekte mit Raspberry Pi“
Autor: E.F. Engelhardt
Preis: ca. Euro 30,-
ISBN: 3645602445
Erscheinungsdatum: Franzis Verlag GmbH, 14. Januar 2013
Link: Amazon

Maschine-zu-Maschine Kommunikation per GSM (Cinterion EGS5), Teil 1

Die Vernetzung unterschiedlichster Geräte vom Toaster bis zum Auto schreitet voran. So wird unsere Umgebung immer mehr zu einer Art Benutzeroberfläche, bei der die Gesamtheit der intelligenten Geräte die eigentliche Anwendung ausmacht.

Es gibt zahlreiche populäre Plattforme wie I/O-Boards à la Arduino oder Einplatinen-Computer à la Rasperry Pi, die das Erstellen solcher Lösungen bereits für verhältnismäßig kleines Geld erlauben. Auch die Telekommunikationsanbieter wie Telefonica und Deutsche Telekom mischen in diesem Bereich mit und helfen durch Hardware-Bundles, dem Bedarf angepasste SIM-Karten und speziell für diesen Bereich entwickelte Services sowie APIs.

Apropos SIM-Karte und GSM basierter Vernetzung: Interessant ist hier beispielsweise das auf dem Cinterion EGS5 basierende Developer-Kit der Firma MC Technologies. Dieses zeichnet sich außerdem dadurch aus, dass es Java als Entwicklungssprache unterstützt.

Setup und Modem-Treiber

Nach dem Zusammenbau inkl. SIM-Karte wird das Cinterion basierte Board im einfachsten Fall per USB mit dem Entwicklerrechner verbunden, das Stromkabel angeschlossen und anschließend durch die unter Cinterion EGS5\Treiber mitgelieferten Treiber als Modem verfügbar gemacht. Um die nicht mehr ganz taufrischen Treiber auch unter Windows 8 ins System zu bekommen habe ich mich dem Trick aus diesem Video hier bedient. Als nächstes benötigt man den zugewiesenen seriellen Port – diesen ermittelt man beispielsweise im Gerätemanager (bei mir ist es COM8). Außerdem ist im Developer Kit auch gleich noch ein passendes Konfigurationsprogramm Cinterion EGS5\SDK\CCFG_00-01-00-33\CCfg.exe enthalten, mit dem man die Funktionsfähigkeit des Setups gleich testen kann, indem der COM-Port eingetragen und die rote Read-Schaltfläche unten links zum Auslesen der Eigenschaften betätigt wird.

AT-Befehlssatz

Einmal eingerichtet, kann das Board als Modem per AT-Befehlsatz gesteuert werden. Hierfür nutze ich das Terminalprogramm PuTTY. Auch dort muss natürlich der COM-Port eingetragen werden. Außerdem ist es hilfreich in der Kategorie Terminal die Option „Local echo“ per „Force on“ zu erzwingen. Anschließend kann man das Modem nun per Kommandozeile steuern. Ein guter Start ist das Abrufen von Statusinformationen wie der aktuellen Signalstärke via AT+CSQ oder des aktiven Profils via AT&V.

SMS senden und empfangen

Eine schöne Fingerübung für den AT-Befehlsatz ist der Versand einer SMS. Nach dem Aktivieren der PIN (sofern erforderlich) über AT+CPIN=1234 (natürlich mit der passenden PIN) und dem Festlegen des Textmodus via AT+CMGF=1 wird der Versand durch den AT-Befehl AT+CMGS=03212345 (natürlich mit der passenden Rufnummer) eingeleitet. Jetzt erfolgt die Eingabe der Nachricht, die mit der Tastenkombination Strg+Z abgeschlossen wird. Der eigentliche Versand geschieht automatisch. Übrigens können Textnachrichten auch empfangen und z. B. per AT+CMGL="ALL" aufgelistet werden. Die Details einer empfangenen Nachricht zeigt der Befehl AT+CMGR=1, wobei die 1 dem Index der Nachricht entspricht.