Die Integration der unterschiedlichen Adobe-Formate schreitet dank des neuen XFL-Formates voran. Bei dem neuen XFL Dateiformat handelt es sich um XML-Dateien, in der dieselben Informationen wie in einer proprietären FLA-Datei gespeichert sind. Andere Adobe-Anwendungen wie z. B. InDesign und After Effects können Dateien im XFL-Format speichern. Das Öffnen von XFL-Dateien und das Arbeiten damit erfolgt in Flash genau wie bei FLA-Dateien. Doch von einem echten „Roundtrip“ – also der Übernahme von Änderungen in alle Richtung – kann keine Rede sein. Denn Flash kann bisher XFL-Dateien leider ausschließlich öffnen und die Inhalte dann nur wieder nur in binären FLA-Datei sichern; XFL-Dateien Speichern geht noch nicht. Wer einen Blick in den Konfigurationsordner von Flash wirft, findet dort im Ordner Javascript/Scripts die Datei XFL_import_code.jsfl. Die in JavaScript Flash verfasste Datei beschreibt den Import von XFL-Dokumenten und kann gut als Inspiration für eigene Flash-Erweiterungen – z. B. einem XFL-Exporter für Flash – dienen.
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Der Erfolg von Flash hängt ganz wesentlich von der Starken Community rund um Flash ab. Und diese Community will sich Adobe offensichtlich stärker zu Nutze machen. Ein Beispiel ist die neue Community Hilfe auf der Adobe Website. Gestützt von Experten aus dem Adobe-Umfeld und der Community soll diese Hilfe die Produktdokumentation mit Inhalten aus dem Web kombinieren und durch moderierte Kommentare ergänzen. Über das Bedienfeld Verbindungen unter dem Menü Fenster -> Erweiterungen -> Verbindungen können Sie den Zugriff von Flash auf die Online-Dienste von Adobe aber konfigurieren. Und mit Hilfe des Optionsmenüs in der rechten oberen Ecke dieses Bedienfelds aktivieren Sie die Offline-Option, so dass Flash dann die lokale Hilfe ohne den Bedarf einer Internetverbindung nutzt.
ActionScript ist mit Flash CS4 Professional trotz der in den Medien kursierenden Diskussionen rund um die ActionScript-Basis ECMAScript 4 weiter gewachsen (http://www.flashforum.de/forum/showthread.php?t=257795 und http://blogs.adobe.com/open/2008/08/blog_entry_dated_81408_715_pm.html). Die spektakulärste Neuerung aus Sicht von Programmierern könnte dabei der neue Datentype Vector sein. Dieser erlaubt erstmals typisierte und damit typsichere Listen. Die Verwendung geschieht analog zur Klasse Array. Einzig die Typisierung und das Erstellen bedürfen einer neuen Schreibweise mit Angabe des Typs in spitzen Klammern getrennt durch einen Punkt:
1 2 | var v:Vector.<String>; v = new Vector.<String>(); |
Zu den Neuerungen gehören außerdem die Klassen rund um Text, Pixel Bender (Codename Hydra), 3D und inverse Kinematik. Außerdem kann man nun Sounds zur Laufzeit erzeugen, primitive Formen leichter mit der Graphics-Klasse zeichnen und Dateien auch aus dem Browser heraus per FileReferenc lokal laden und speichern. Und in der Bibliothek ist endlich sichtbar, ob es sich um einen MovieClip, ein Sprite oder ein mit dem Flex Integration Kit für Flash aufbereitetes Symbol handelt. Bei der Zusammenarbeit mit Flex hilft es außerdem sehr, dass Flash nun endlich auch Metadaten wie AccessibilityClass, ResourceBundle, Style, Embed und SWF versteht – nicht nur in Klassen sogar in Bildskripts. Gerade Embed ist auch in reinen Flash Projekten durchaus nützlich, um Inhalte allein durch die Programmierung und ohne den Umweg über die Bibliothek zu nutzen.
Die Einstellungsmöglichkeiten von ActionScript umfassen nicht mehr nur eine Sammlung von Klassenpfaden sondern sind ähnlich wie bei Flex in Quellcode-Pfade, externe Bibliotheken zur Laufzeit (Runtime Shared Libraries) und Bibliohtekspfade zur Kompilierzeit unterteilt. Hinter den ActionScript-Einstellungen im Register Flash der Einstellungen für das Veröffentlichen im Menü Datei verbergen sich nicht nur die Klassenpfade. Dort können auch Konstanten angelegt werden, die wie normale Variablen in ActionScript zu nutzen sind. Außerdem erlauben diese auch eine bedingte Kompilierung, wenn der relevante Code hinter der Konstante in geschweiften Klammern steht:
1 2 3 4 | CONFIG::FLASH_AUTHORING { trace("Foo"); } trace(CONFIG::FLASH_AUTHORING); |
Wie üblich folgt die neueste Flash Autorenumgebung namens Flash CS4 Professional mit dem Flash Player 10 den Vorgaben der neuesten Laufzeitumgebung. Aber nicht mehr nur der Flash Player ist von Interesse, denn neben dem Small Web Formt (SWF) ist die Ausgabe auch für Adobes Browser unabhängige Laufzeitumgebung AIR (Adobe Integrated Runtime) direkt im Programm zu finden. Es gibt zwei Wege, um ein Projekt in Flash für AIR aufzubereiten. Die erste Variante finden Sie entweder im Startmenü oder über das Menü Datei -> Neu. In beiden Fällen können Sie eine Flash Datei für Adobe AIR anlegen. Sollte jedoch schon ein Projekt existieren und für AIR umgestellt werden, dann müssen Sie die Veröffentlichungseinstellungen verändern und z. B. über das Menü Datei -> Einstellungen für Veröffentlichungen innerhalb des Registers Flash den Player auf „Adobe AIR 1.1“ umstellen. Die weiten Details stellen Sie dann übrigens in den AIR-Einstellungen ein. Diese finden Sie ebenfalls u. a. im Menü Datei.
Am 12. September findet in der Börse Wuppertal die Konferenz NRW 08 statt. Veranstaltet wird das Ganze unter anderem von Daniel Fischer. Daniel ist nicht nur für sein Fachwissen rund um WCF (Windows Communication Foundation) sondern auch als Leiter der .NET-Entwickler-User-Group Niederrhein und als Vorstand der JustCommunity e. V. bekannt. Es freut mich sehr, dass ich auf der Nachfolgeveranstaltung des erfolgreichen “.NET Summit NRW” einem Vortrag zum Thema Rich Applications halten darf. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem “Designer und Developer Workflow” mit Adobe Flash und Flex. Aber auch eine Abgrenzung zu Silverlight darf in diesem Umfeld natürlich nicht fehlen. Über Vorschläge zum Inhalt und Themenwünsche im Vorfeld freue ich mich wie immer sehr…
